Irene kommt aus Bruneck. Hat in Venedig Malerei studiert und ging dann nach Wien wo sie an der Angewandten das Studium in Fotografie abgeschlossen hat. Sie kombiniert in ihrer künstlerischen Arbeit Fotografie und Installation von Objekten.

In ihren Arbeiten sieht man Collagen von Tier-, Pflanzen- oder Blumenbildern, vermischt mit echten, ausgestopften Tieren oder aus Kunststoff.

Irene kannst du uns vielleicht ein wenig deine Beziehung zur Natur erläutern…

Ich bin in Bruneck aufgewachsen, also umgeben von Natur. Dieser Aspekt hat meine Kindheit und mein Aufwachsen sehr geprägt. Das fällt mir jetzt, wo ich in einer Großstadt lebe, noch deutlicher auf. Diese nahe Natur hat mich immer schon sehr in ihren Bann gezogen. In den letzten Jahren habe ich mich vertieft mit dem Begriff von Natur und manipulierter Natur auseinander gesetzt und in den Fotografien und Installationen untersucht. Auch in Japan habe ich während eines längeren Projektaufenthaltes zu diesem Thema recherchiert. Oft habe ich mir dort die Frage gestellt: ist das echt oder aus Plastik? Genmanipulation und Mutation sind auch Punkte dieser Untersuchungen. Was macht der Mensch mit der Natur und was macht sie mit ihm?

In ihren Arbeiten befasst sich die Künstlerin also mit der Beziehung des Menschen zur Natur. Sie veranschaulicht trügerisch in Wirklichkeit die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen ist.

Einige Kompositionen in deinen Bildern erinnern an die systematische Ordnung von naturwissenschaftlichen Sammlungen. Ich kann mich erinnern, dass du in Wien die Jahreskarte für das Naturhistorische Museum hattest und viel Zeit dort verbracht hast. Also di Faszination am präparierten Tier verfolgt dich schon länger…

Das stimmt. Und die Jahreskarte für das Naturhistorische Museum habe ich auch heute noch. Mich beschäftigt der Versuch des Menschen, durch Archivierung und Kategorisierung die Natur erfassen zu wollen.
In meiner Familie gibt es Jäger und Sammler, die sich Trophäen an die Wände hängen. Das hat mich immer schon gleichermaßen fasziniert wie verschreckt. Mein Großvater war Tierpräparator und mein Onkel hat die Leidenschaft für diesen Beruf übernommen. Ich kann mich erinnern, wie sehr sich mir als Kind diese Besuche in der Werkstatt eingeprägt haben: die Bilder und der besondere Geruch dort. Die Verwunderung über die Möglichkeit, ein totes Tier so zu bearbeiten, als würde es im nächsten Augenblick vor dir erschrecken und davonlaufen oder -fliegen.

Und die Entzauberung dann in dem Moment, in dem ich realisiert habe, dass es sich nie wieder bewegen wird. Der Tod und der Versuch, einen Moment festzuhalten, fasziniert den Menschen ja schon immer. Für viele Ausstellungen habe ich mit meinem Onkel zusammengearbeitet. Er hat Objekte für meine Installationen und Fotografien umgesetzt: Vögel mit zwei Köpfen etwa oder ein Rehkitz in Form eines Schwimmreifens.

Neue Projekte? Vielleicht kannst du uns schon etwas verraten...

Vor kurzem habe ich mein erstes Tier selbst präpariert. Das war eine sehr intensive Erfahrung. Und sie geht weiter...