Daunenjacken, Kapuzen mit Pelzbesatz oder Lederstiefel - mit dem nahenden Herbst beginnen die Ersten, sich mit warmer Kleidung einzudecken. Doch für viele Kleidungsstücke müssen Tiere grausame Qualen erleiden.

Pelz: Jahr für Jahr sterben Millionen von Tieren für Pelz. Aus ihrem Fell werden Mäntel, Pelzkragen für Jacken und Kapuzen sowie andere Modeartikel gemacht. Die Tiere werden auf sogenannten Pelzfarmen gezüchtet und müssen dort ihr ganzes Leben in winzigen, dreckigen Käfigen leben. In China werden sogar Hunde und Katzen wegen ihres Fells getötet.
China hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Pelz-Hersteller weltweit entwickelt. 50 Prozent aller Pelzprodukte stammen aus dem Land. Während es in Europa Tierschutzgesetze zur Haltung und Tötung von Tieren gibt, sind solche Bestimmungen in China unbekannt. Marderhunde* werden dort auf großen Farmen für die Fellproduktion gezüchtet. Die Pelze werden dann direkt vor Ort zu Schleuderpreisen verkauft. In China bekommt ein Mitarbeiter pro getötetem Tier umgerechnet 70 Cent und damit die Arbeit sich lohnt, müssen in kurzer Zeit möglichst viele Tiere getötet werden. Da kann es passieren, dass Tiere bei lebendigem Leib gehäutet werden.
Marderhundfell landet vor allem auf dem europäischen Markt. Verboten ist der Handel mit Marderhundfell nicht. Zwar gilt in der EU seit 2009 ein Importverbot für Haustierfell, doch Marderhunde zählen nicht zu den Haustieren und trotzdem wird geschummelt und Marderhundfell kommt unter falschem Namen auf dem Markt - denn wer will schon das Fell eines Hundes tragen.
„Ein Pelzmantel ist Tierquälerei, doch ein Pelzkragen oder ein kleiner Bommel auf der Mütze doch nicht!“ Diese Aussage hört man oft, denn viele Menschen glauben, dass der Pelzbesatz an ihrer Kleidung oder Accessoires aus Fell seien nur Reste, die sowieso anfallen würden. Doch unter anderem genau für diese Fellteile werden jedes Jahr um die 80 Millionen Tiere gezüchtet und getötet (Tiere, die in freier Wildbahn getötet werden nicht mitgerechnet). Die Globalisierung des Pelzhandels hat es unmöglich gemacht, festzustellen, woher Pelzprodukte ursprünglich kommen. Und noch schlimmer ist, dass man sich auch bei Kunstfell nicht sicher sein kann, dass es sich wirklich um ein synthetisches Produkt handelt oder ob es doch Echtfell ist. Für die Händler sind echte Fellteile oft billiger als Kunstfell und deshalb werden diese oft falsch deklariert.


Leder: Leder, die chemisch behandelte Haut von Tieren ist für viele Menschen ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Schuhe, Taschen, Gürtel oder Sofas aus Leder gelten als Naturprodukte und werden deshalb gerne gekauft.
Die weitverbreitete Annahme, dass Leder nur ein Abfallprodukt der europäischen Fleischindustrie sei, ist leider falsch. Billigleder kommt hauptsächlich aus Indien, China, Vietnam oder Bangladesch. In diesen Ländern werden für die Lederproduktion nicht nur Tiere gequält, sondern es werden auch teilweise minderjährige Arbeitskräfte ausgebeutet. Dazu kommt eine schwere Umweltverschmutzung durch giftige Gerbsubstanzen. Für Leder gibt es keine Kennzeichnungspflicht und die Ursprungsbezeichnung „Made in“ gibt nur darüber Auskunft in welchem Land die Bestandteile zum Endprodukt zusammengefügt wurden. Daher ist es für den Verbraucher unmöglich zu erfahren wo und unter welchen Bedingungen das Leder hergestellt wurde.

Daunen: Für die Gänsedaune, besonders beliebt als Füllmaterial für Jacken und Bettdecken, werden vielen Tieren bei lebendigem Leib und ohne Betäubung die Federn ausgerissen. Obwohl das Lebend-Rupfen gesetzlich verboten ist, wird es in vielen Betrieben in Polen, Ungarn und China praktiziert. Die Tiere werden üblicherweise insgesamt drei Mal gerupft, zweimal vor der Schlachtung und ein drittes Mal danach. Die Bescheinigung der Hersteller von Daunenprodukten, dass die verwendeten Daunen und Federn nicht von lebenden Tieren stammen, ist mit Vorsicht zu genießen, denn selbst die Produzenten wissen oft nicht, auf welche Art und Weise die gelieferten Daunen „gewonnen“(?) wurden.

Dass Tiere für die Mode leiden müssen ist zum Glück schon längst nicht mehr notwendig, denn es gibt viele Alternativen auf dem Markt. Für diejenigen, die nicht auf Pelz verzichten wollen, gibt es Kunstpelz. Diesen erkennt man daran, dass die Haare gleich lang sind und die Unterwolle fehlt. Zudem haften die Haare nicht wie bei Echtpelz auf Leder, sondern auf einer Basis aus Kunststoff. Die Bezeichnung „Kunstfell“ bietet keine Garantie und man sollte sich keinesfalls darauf verlassen.
Was hingegen Leder und Daune betrifft, gibt es genügend andere Materialien, die diese ersetzen bzw. sogar besser für uns und unsere Gesundheit sind.
Wenn wir also das nächste Mal in ein Bekleidungsgeschäft gehen, denken wir an die vielen Tiere, die für uns leiden und streben müssen. Denn jeder von uns kann einen Beitrag leisten, damit das Tierleid auf unserer Welt vermindert wird!

*Marderhund: äußerlich hat er eine große Ähnlichkeit mit dem Waschbär, gehört aber zur Familie der Hunde.