Ich möchte diesen Nachmittag nehmen und einpacken, einpacken wie meine Milchzähne, in eine winzige, pastellfarbene, mit Watte ausgepolsterte Schatulle. Da würde er dann liegen dieser Nachmittag, ganz leise und dumpf, sicher und behütet von den weichen Wänden. Und er wäre unantastbar, mein Nachmittag. Nur ich könnte die Schatulle ab und zu öffnen und einen Blick werfen, hinein in diese heile Welt, diese unwirklich heile Welt. Und anstatt meiner Milchzähne würde ich dann den hellblauen, warmen Kachelofen sehen, meine liegengebliebene Gitarre, meine lesende Mutter, meinen tippenden Vater, mein summendes Ich. Und wir alle, Ofen, Gitarre, Vater, Mutter, Kind, wir alle wären winzig klein, wie Holzfiguren in einem Puppenhaus. Und ich würde denken, ihr Puppen habt es gut! Für immer eingepackt und eingeschlossen in der Schatulle! Ja, in dieser Schatulle, da wäre mein Nachmittag ewig. Doch der Nachmittag, er wär nicht mehr meiner. Er würde allein den Puppen gehören.

St. Ulrich, 2013

Autora

Alma Moroder
Culaboradeura

L’amanta dla natura che à gën la mujiga ie chersciuda su danter Bulsan y Urtijëi y à permò mparà ntan si stude tla zità scialdi da plan de Berlin a prijé si ncësa da pieres. Tl stude de economia se sëntela umanisticamënter tla miseria y perchël frecuenteiela dlongia i cursc de ragioneria gën nce lezions sun Thomas Mann y la North American Short Story. Ultimamënter l’à si amor per ... >>